Es gibt Erkrankungen, die eine Sauerstoff-Langzeittherapie notwendig machen.

Wir möchten Ihnen Informationen über sehr wirksame Therapieformen geben und können dabei helfen, diese Therapie erfolgreich durchzuführen.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD ist die häufigste Ursache für eine Sauerstofflangzeittherapie. Deshalb möchten wir Ihnen anhand dieser Erkrankung die Bedeutung und Wirksamkeit der Sauerstoff-Langzeittherapie erläutern.

COPD ist eine Krankheit der Lunge. Die Atemwege sind entzündet und dauerhaft verengt. Das Atmen fällt im Laufe der Krankheit immer schwerer.

Auch wenn COPD nicht die Ursache ist, kann Ihnen dieser Leitfaden wertvolle Informationen geben, denn die Prinzipien dieser Therapie und ihre Wirksamkeit sind auch auf andere Erkrankungen übertragbar. Jedoch kann dieser Leitfaden zur Sauerstoff-Langzeittherapie eine eingehende Information über COPD oder das spezielle Krankheitsbild nicht ersetzen.

Belastbarkeit und Mobilität sind die Grundlage der Wirksamkeit einer Sauerstoff-Langzeittherapie. Das bedeutet, Sauerstoff kann die Erkrankung zwar nicht heilen, er kann aber die Belastbarkeit wieder steigern. Hier spielen die Entlastung durch Sauerstoff in Ruhephasen und/oder der verbesserte Sauerstoffgehalt unter Belastung eine Rolle.

Damit die Sauerstofftherapie ihre volle Wirksamkeit entfalten kann, ist meistens eine möglichst lange Anwendungsdauer empfehlenswert. Es sollte sichergestellt sein, dass dann eine Anwendung rund um die Uhr möglich ist.

Bei den meisten Patienten ist es sinnvoll, von einer andauernden Sauerstoff-Therapie auszugehen und mit dem verordneten Arzt über mögliche Unterbrechungen zu sprechen und nicht umgekehrt.

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Die Lunge und ihre Funktionen

Die Luft wird in der Lunge beim Einatmen durch die Bronchien verteilt, die sich ausgehen von der Luftröhre immer weiter verzweigen wie Äste eines Baumes.

Die Innenwand der Bronchien ist mit einem Teppich aus beweglichen Flimmerhärchen ausgekleidet, die von einer dünnen Schleimschicht bedeckt sind. Bevor Staub und Krankheitskeime aus der Atemluft in die Lunge gelangen, bleiben sie meist irgendwo in dem Schleimfilm der Bronchien kleben. Die Flimmerhärchen transportieren den Schleim dann aus den Bronchien heraus, so dass er heruntergeschluckt werden kann. Diese Selbstreinigung ist für die Gesundheit der Lunge sehr wichtig. Wenn die Flimmerhärchen durch Entzündungen dauerhaft zerstört werden, kann der Schleim nicht mehr abtransportiert werden. Die Bronchien werden verstopft. Eine Reinigung der Bronchien ist dann nur noch durch Abhusten des Schleims möglich.

Schadstoffe aus Zigarettenrauch, aber auch Dämpfe, Rauch und Staub von Umweltbelastungen zerstören die Flimmerhärchen der Bronchien und können dann zu einer Veränderung der Schleimhautzellen führen, die nicht mehr rückgängig zu machen ist (COPD).

In seltenen Fällen kann eine Erbkrankheit Ursache einer COPD sein. Dann fehlt dem Körper ein Protein, das die Lunge und andere Organe vor Entzündungen schützt.

Die Bronchien

Die Bronchien haben eigene Muskelfasern, mit der die Weite gesteuert werden kann. In den Lungen-bläschen wird Sauerstoff aus der Luft ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid aus dem Blut in die Ausatemluft abgegeben.

Für eine ausreichende Sauerstoffaufnahme ist eine große Oberfläche notwendig, die von den vielen kleinen Lungenbläschen bereitgestellt wird. Die Abgabe von Kohlendioxid ist nicht so sehr von der Oberfläche, sondern von der Entlüftung der Lungenbläschen abhängig. Wird die Atmung zu flach, steigt der Kohlendioxidgehalt im Blut an.

Es ist interessant zu wissen, dass die Atmung viel stärker durch die anfallende Kohlendioxidmenge gesteuert wird als durch Mangel an Sauerstoff. Wenn als viel Kohlendioxid anfällt, wird die Atmung verstärkt. Sauerstoffmangel als Atemanreiz spielt beim Gesunden eine untergeordnete Rolle.

Die Atemwege

Bei einer Schädigung wird die Schleimhaut der Bronchien auf Dauer umgebaut: Während die Anzahl der Zellen mit Flimmerhärchen abnimmt, steigt die Anzahl der Zellen, die Schleim produzieren. Dadurch entsteht immer mehr Schleim, der immer schlechter abtransportiert wird. Durch den dann vorhandenen Schleim entsteht eine ständige Entzündung, die zu einer Verdickung der Bronchien-wand führt. Dadurch wird der Lufttransport behindert.

Häufig ist bei Menschen mit COPD auch ein Teil der empfindlichen Lungenbläschen zerstört. Stattdessen bilden sich große, luftgefüllte Blasen, die eine geringere Oberfläche zur Aufnahme von Sauerstoff ins Blut haben. Diese Veränderung wird Lungenemphysem genannt. Zusätzlich wird die Luftmenge in der Lunge erhöht, da durch die Enge der Bronchien die Luft nicht genügend ausgeatmet werden kann. Diese Überblähung kann durch bestimmte Atemtechniken wieder verringert werden. Ein Lungenemphysem geht jedoch immer mit dem unwiederbringlichen Verlust von Lungengewebe einher.

Asthma bedeutet, dass sich die Bronchialmuskeln anfallsartig zusammenziehen und sich dadurch die Verengung der Bronchien ergibt. Asthma muss von COPD unterschieden werden. Es gibt allerdings auch COPD mit einer asthmatischen Komponente.

Die Atmung

Mit jedem Atemzug versorgt uns unsere Lunge mit Sauerstoff. Jedoch ist bei einer COPD die Lunge dauerhaft geschädigt und die Atemwege meistens ständig verengt. Das Atmen fällt dadurch schwerer.

Ist die Atemkraft erschöpft, kommt es zur Atemnot. Im weiteren Verlauf schützt sich der Körper vor der absoluten Erschöpfung. Das Kohlendioxid wird nicht mehr abgeatmet und ein erhöhter Gehalt im Blut ist messbar. Dies wird durch eine Verringerung der Atemnot bemerkbar. Die Atemnot ist dann viel geringer, als es bei diesen erhöhten Kohlendioxidwerten zu erwarten wäre. Allerdings wird bei der Atmung die Aufnahme von Sauerstoff verringert.

Auch bei anderen Lungenerkrankungen, die eine vermehrte Atmung notwendig machen, findet sich dieser Mechanismus, z. B. bei einer Lungenfibrose. Es gibt auch Erkrankungen, die direkt die Atempumpe betreffen, wie Muskel-, Skelett- und Nervenerkrankungen bei denen die Atempumpe ebenfalls einen Schongang einlegt.

Sauerstoff

Bei den Störungen der Atmung, verminderte Sauerstoffaufnahme und verringerte Atemkraft, hat die zusätzliche Gabe von Sauerstoff eine positive Wirkung. Insbesondere die Belastbarkeit steigt, wenn durch eine Sauerstoffgabe die Beanspruchung der Atempumpe gesenkt werden kann.

Unter Belastung kann die Sauerstoffgabe dem Körper mehr Sauerstoff zur Verfügung stellen und dadurch eine bessere Leistungsfähigkeit erzeugen. Aber auch im Ruhezustand kann die Atmungsanstrengung bereits durch Sauerstoffgabe reduziert werden.

Entscheidend für die Wirksamkeit einer Sauerstoff-Langzeittherapie ist eine möglichst normale Teilnahme am täglichen Leben. Die Gabe von Sauerstoff sollte dauerhaft erfolgen, d. h. auch wenn der Patient außer Haus ist. Die Sauerstoffversorgung muss also so gewählt werden, dass die Teilnahme am täglichen Leben möglich ist und diese auch fördert.

Die Gabe von Sauerstoff unter Belastung kann bei einigen Patienten auch bei täglichen Verrichtungen so wirksam sein, dass man grade unter Belastung auch im häuslichen Umfeld eine tragbare Sauerstoffversorgung einsetzen sollte.